Was braucht ein guter Webentwickler? – Start der Reihe

Eine einfache Website oder Webanwendung zu entwickeln ist auf dem ersten Blick nicht schwer. In Literatur und Internet finden sich Unmengen an Informationen. Mit etwas Zeit und Geduld lassen sich schnell erste Erfolgserlebnisse erzielen. Zur Entwicklung einer professionellen Website bzw. Webanwendung gehört aber mehr als man denkt. Wer sich als Webentwickler selbstständig machen möchte, der muss extrem viel Zeit und Arbeit investieren.

Im Rahmen dieses Artikels starte ich eine Artikel-Serie, in der ich in regelmäßigen Abständen erläutere welche Kenntnisse und Fähigkeiten ein selbstständiger Webentwickler braucht. Größtenteils greife ich dabei auf meine bisherigen Erfahrungen als selbstständiger Webentwickler zurück. Ich zeige auf welche Kenntnisse und Fähigkeiten ich erworben habe bzw. dabei bin zu erwerben. Weiterhin gebe ich euch Tipps wie und wo man diese Kenntnisse und Fähigkeiten am besten erwerben kann.

Generalisten vs. Spezialisten

Das Aufgabenspektrum bei der Erstellung einer Website bzw. Webanwendung ist sehr vielfältig. Deshalb beschäftigen Web-Agenturen oftmals eine Vielzahl an Spezialisten. Es gibt Spezialisten für das Frontend und das Backend. Es gibt beispielsweise Personen die sich ausschließlich um Fotos, Grafiken, Icons und Piktogramme kümmern. Andere Personen leistet wiederum konzeptionelle Arbeit. Sie analysieren z.B. die Zielgruppen der Website bzw. Webanwendung oder entwerfen anhand von Skizzen das grobe Design.

Ich persönlich bin kein Freund von zu großer Spezialisierung. Ich verstehe natürlich den Sinn hinter Spezialisierung. Insbesondere bei großen Web-Agenturen mit großen Projekten kommt man nicht drum rum. Auf persönlicher Ebene empfinde ich aber eine zu starke Spezialisierung einschränkend. In den meisten Fällen wird das dazu führen, dass man tagtäglich die gleichen Arbeiten erledigt. Nach und nach schleicht sich Routine ein und man verspürt irgendwann den Wunsch nach etwas Neuem. Ich glaube stark spezialisierte Frontend-Entwickler oder Grafiker wissen was ich meine. Viel spannender ist es doch unterschiedliche Arbeiten zu erledigen und auf diese Weise Abwechslung zu erzeugen. Dadurch bekommt man ein ausgefülltes Berufsleben und wächst zudem als Persönlichkeit.

Webdesigner vs. Webentwickler

Webdesigner & Webentwickler - Kreativität & Technik
Webdesigner & Webentwickler – Kreativität & Technik

An dieser Stelle möchte ich kurz drauf eingehen was man unter einem Webdesigner bzw. Webentwickler versteht. Diese Unterscheidung wird oftmals vorgenommen und in vielen Blogs thematisiert bzw. diskutiert. Eine eindeutige Definition existiert nicht. Je nachdem wen man fragt, bekommt man vermutlich eine andere Antwort.

Dem Webdesigner werden in erster Linie gestalterische Tätigkeiten zugeordnet. Er hat primär mit Websites zu tun. Er strukturiert die Inhalte, legt das Layout fest und kümmert sich um die Fotos und Grafiken. Zudem hat er stets die Benutzerfreundlichkeit und Anpassbarkeit der Website im Auge.

Der Aufgabenbereich des Webentwicklers wird oftmals mit technischen Aufgaben verbunden und dreht sich um Websites und komplexe Webanwendungen. Er schreibt für das Frontend den HTML-, CSS- und JavaScript-Code. Er programmiert serverseitig in unterschiedlichen Programmiersprachen (wie z.B. PHP oder Java). Die Konfiguration des Servers fällt meistens ebenfalls in seinen Bereich.

So oder so ähnlich findet man diese Trennung in vielen Web-Agenturen. Sieht man sich in einschlägigen Jobbörsen um, findet man teilweise komplett andere Anforderungen an Webdesigner bzw. Webentwickler. Oftmals werden von einem Webdesigner auch technische Kenntnisse erwarten. Webentwickler müssen wiederum gestalterische Kenntnisse mitbringen. Wie gesagt, eine eindeutige Definition existiert nicht und es gibt zahlreiche Mischformen aus Webdesigner und Webentwickler.

Als Generalist vereint man beides. Man übernimmt sowohl gestalterische als auch technische Aufgaben. Man ist in der Lage eine Website oder eine Webanwendung von Anfang bis zum Ende umzusetzen. Diese Interdisziplinarität macht es so anspruchsvoll als Generalist zu überleben. Auf der anderen Seite sind gerade solche Personen heiß begehrt. Im Fachjargon werden sie manchmal als Unicorns (auf Deutsch Einhörner) bezeichnet. Im Deutschen würde man es eher als die eierlegende Wollmilchsau bezeichnen. Solche Leute sind schwer zu finden, aber es gibt sie durchaus.

Gibt es überhaupt noch Generalisten?

Da die Aufgabenvielfalt bei der Entwicklung von professionellen Websites und Webanwendungen sehr groß ist, müssen bei Generalisten zahlreiche Kenntnisse und Fähigkeiten vorhanden sein. Zudem entwickeln sich das Internet und die Internet-Technologien mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Das macht es schwierig als Generalist auf hohem Niveau zu arbeiten. Es ist aber nicht unmöglich! Auch für Generalisten gibt es nach wie vor Platz und Arbeit.

Selbstverständlich wird es immer Projekte geben, die sich aufgrund des Aufwands nicht alleine umsetzen lassen. Es wird Projekte geben, an denen man mit anderen Leuten arbeitet. Es wird Projekte geben, bei denen man gewisse Aufgaben auslagern muss, weil einem selbst die Zeit dazu fehlt. Wenn man aber in der Lage ist sich auf unterschiedliche Arten einzubringen, wird man langfristig profitieren. Man wächst als Persönlichkeit und hat eine abwechslungsreichere Arbeit! Ist man zusätzlich in der Lage kundenorientiert zu arbeiten, steht dem langfristigen Erfolg nichts im Wege. Am Anfang stehen aber wie so oft im Leben: Schweiß, Blut und Tränen.

Mein Fazit

Wer sich als Webentwickler selbstständig machen möchte, sollte sich umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen. Es ist ein schwieriger Weg, den es sich aber zu beschreiten lohnt.

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